.

Lüge, Manipulation und Suggestion rufen nach dem frei denkenden und selbstbestimmten Menschen 

.

Es dürfte eines der tiefsten Bedürfnisse des Menschen sein, dass nicht Lüge und Manipulation sich zum Schaden der Menschheit mehr und mehr ausbreiten, sondern auf allen Ebenen der Gesellschaft sich zunehmend eine Beziehungskultur ausgestaltet, die von einer größtmöglichen Bemühung um konstruktive Sachlichkeit und verbindende Wahrheit getragen ist.

Eine solche Kultur kann sich nur etablieren, wenn sich der Einzelne in ausdauernder und sorgfältiger Weise um eine reifliche und verantwortungsvolle Meinungs- und Urteilsbildung bemüht. Auch die Medien hätten in der Gesellschaft eine wichtige Funktion, um zu einer gesunden, konstruktiven und toleranten Meinungsbildung und Meinungsvielfalt beizutragen. Sie könnten maßgeblich fördern, dass thematische Auseinandersetzungen nicht auf einer die Person abwertenden und diffamierenden, sondern auf einer sachlichen und konstruktiven Ebene vollzogen werden.

Aber ist das Ideal eines Menschen, der nach tieferen Einsichten ringt und seine Kommunikation und seine Beziehungsverhältnisse nach sorgfältigen wohlüberlegten Erwägungen und damit aus selbstbestimmten Motiven gestaltet, überhaupt erwünscht? Oder gibt es Kräfte und Systeme, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Menschen möglichst unmündig zu halten, so dass er leicht zu manipulieren ist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Autor dieser Ausführungen schon länger. Aktuell gibt ein über die Medien ausgetragener Angriff auf Heinz Grill, der als Begründer eines bewusstseinsorienterten Schulungsweges in Veranstaltungen auftritt die vom Verein getragen werden, Anlass dieses Thema aufzugreifen.

In einem dreiseitigen Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 13. April 2019, der mittlerweile auch in anderen Zeitungen erschienen ist, wird der Eindruck vermittelt, dass Heinz Grill als Sektenoberhaupt mit Mord und anderweitigen kriminellen und unlauteren Machenschaften in Verbindung stehe. Es handle sich gemäß der Süddeutschen Zeitung um eine Geschichte, „die in der Welt des Spiritismus spielt, der Anthroposophie, des Paranormalen, der Weltanschauung – Rationalität zählt da nur wenig.“

Der den Bericht einleitenden Überschriften ist zu entnehmen:

Angst und Yoga

Seit Jahren führt eine fanatische Esoterik-Gruppe Justiz und Polizei vor

Der Guru

Christine und Wilhelm B. werden in ihrem Ferienhaus in Frankreich brutal getötet. Das Ärztepaar aus München, aber auch der mutmaßliche Mörder gehörten zum Umfeld des charismatischen Yoga-Lehrers Heinz Grill. Dessen Anhänger führen schon seit Jahren den Staat vor, lähmen die Justiz und verfolgen gnadenlos alle Kritiker

Mit der Betrachtung dieser Überschrift kann man sich die Frage stellen: Wird dem Leser mit dieser Einführung die Möglichkeit eingeräumt, sich eine eigene Meinung von einem Geschehen zu bilden? Oder zielt der Artikel darauf ab, dass der Leser die ihm präsentierte Geschichte mit einem vorgefassten Bild lesen und übernehmen soll?

Auffallend sind die Begriffe die verwendet werden. Im westlichen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung „Guru“ regelmässig mitabwertender Bedeutung für Menschen benutzt, die durch religiöse oder philosophische Aussagen Anhänger um sich scharen. Verstärkt wird dieses Bild mit weiteren Begriffen wie Angst, „fanatische Esoterik-Gruppe“, die gnadenlos alle Kritiker verfolgt, „Anhänger“, „Mörder“. Es wird dem Leser, bevor er den Artikel zu lesen beginnt, bereits vermittelt, dass es sich bei Heinz Grill um das Oberhaupt einer äußerst gefährlichen und kriminellen Gemeinschaft bzw. Sekte (der Begriff wird im Artikel mehrmals erwähnt) handle, die eine Bedrohung für die Gesellschaft darstellt.

Der Einleitung ist ebenfalls zu entnehmen: „Das Ärztepaar aus München, aber auch der mutmaßliche Mörder gehörten zum Umfeld des charismatischen Yoga-Lehrers Heinz Grill.“ Richtig ist jedoch vielmehr, dass die Ärztin Christine Bornschein in München ein eigenes spirituelles Zentrum führte und im diesem Rahmen auch Yogalehrerausbildungen anbot. Der Schwiegersohn absolvierte seine Yogalehrerausbildung nicht bei Heinz Grill, sondern im spirituellen Zentrum seiner Schwiegermutter. Einem Interview mit Heinz Grill ist zu entnehmen, dass er den verstorbenen Schwiegersohn, der der Tötung des Ärzteehepaares verdächtigt wurde, im Kletterbereich einige Male begegnet ist. 

Unerwähnt bleibt im ganzen Artikel die wesentliche Kernaussage des umfangreichen Schriftwerkes von Heinz Grill, dass eine spirituelle Entwicklung nur durch den einzelnen Menschen ohne jegliche Gruppenanbindung und fern von hierarchischen und vorgegebenen Strukturen möglich ist. Wer Schriften von Heinz Grill zur Hand nimmt, stößt unweigerlich auf den von ihm begründeten „Sozialen Prozess“ der konträr zum Guruprinzip steht. Dieser besagt, dass Lehrer und Lernender in einem thematischen Austausch sich begegnen sollten und autoritative Strukturen nicht angemessen sind. Auch wird unterschlagen, dass es keine Gruppe um und von Heinz Grill und folglich auch keine Anhänger, Einsteiger und Aussteiger gibt (Gutachten). 

Des Weiteren ist im Text von Spiritismus die Rede. Spiritismus umfasst laut Wikipedia moderne Formen der Beschwörung von Geistern oder spukenden Gespenstern, insbesondere von Geistern Verstorbener, die sich mit Hilfe eines Mediums sinnlich wahrnehmbar mitteilen sollen. Das Medium muss hierfür die eigene Persönlichkeit, das eigene Ich vollkommen zurücknehmen und sich nur als Kanal zur Verfügung stellen. Wer sich mit der Lehre von Heinz Grill beschäftigt, wird ganz im Gegenteil einem differenziert ausgearbeiteten, von logischen Grundsätzen geleiteten, praxis- und alltagsorientierten, nachvollziehbaren und damit auch der Kritik zugänglichen bewusstseinsorientierten Schulungsweg begegnen, bei dem die ganze Person mit ihrem ganzen Ich selber aktiv tätig werden muss. 

Im Artikel wird zudem erwähnt: „Er ist auch Experte für Lichtnahrung, einer höchst umstrittenen esotherischen Methode, deren Anhänger sich von einer nicht genau zu definierenden kosmischen Lebensenergie ernähren wollen. Weltweit sollen sich Menschen mit dieser fixen Idee im Kopf zu Tode gehungert haben.“ Tatsache ist jedoch, dass Heinz Grill ein sehr umfassendes Ernährungsbuch herausgegeben hat, in dem er eine vielfältige abwechslungsreiche, vegetarische Ernährung beschreibt. Das Buch ist ein offensichtlicher Beleg dafür, dass Heinz Grill gegen Lichtnahrung ist. 

Im Artikel wird gegen 20-mal von Mord gesprochen, obwohl ein solcher gerichtlich nicht festgestellt ist. Die Anklage gegen den verstorbenen Schwiegersohn lautete aber nicht auf Mord, sondern auf Totschlag. Heinz Grill war in diesem Verfahren Zeuge und nicht Beschuldigter oder Verdächtigter. Er beschäftigt die Justiz nicht als kriminell Verdächtigter, wie es der Artikel suggestiv nahelegt, sondern als Geschädigter. Zudem sind die Personen die gegen die Ärztin Christine Bornschein auf dem Klageweg vorgehen nicht seine Anhänger, sondern Schüler und Patienten der Ärztin.

Es gibt im Artikel etliche weitere Unwahrheiten und es werden viele den Leser irreführende Eindrücke geschaffen. Insgesamt fällt auf, dass viele Behauptungen und Meinungen in dem Artikel angeführt sind, die nicht mit Fakten belegt sind. Es wird in geschickt perfider Weise mit einer Verflechtung von Tatsachen, Unwahrheiten, Verdrehungen, Verwendung von negativ belegten Begriffen sowie mit Vermutungen und Fragen das Bild einer gefährlichen und Angst einflössenden Sekte geschaffen.

Worin könnte das Motiv dieses Artikels liegen? Hierzu lohnt es sich einen Blick auf die Aussagen des Kognitionspsychologen und emeritierten Professors Rainer Mausfeld zu werfen. Er weist in einem Vortrag mit dem Titel „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“auf die Beeinflussung des Menschen durch Politik und Medien hin und erwähnt unter anderem das Mittel der Wortwahl: 

Dazu gehört das riesige Spektrum orwellscher Falschwörter [als Beispiel nennt er unter anderem: humanitäre Intervention] mit denen Politik und Medien versuchen über die Sprache unser Denken in den Griff zu kriegen. Dabei nutzen sie eine Eigenschaft aus, dass wir von Natur aus zu einem gewissen Wortaberglauben neigen. Wir meinen wenn ein Wort da ist, dann gibt es auch einen Sachverhalt der ihm korrespondiert. Dass führt dazu, dass wir bereit sind, wenn wir irgendwelche Wörter treffen beim Zeitung lesen oder sonst was, wir nehmen eigentlich naiv die Wörter auf die wir treffen und nutzen sie um unsere Gedanken mit diesen Wörter zu organisieren. Indem Moment wo sie aber ein Wort benutzen, kaufen sie ein riesiges Gepäck was bereits in dem Wort drinsteht, nämlich den ganzen ideologischen Ballast der ein Wort mit sich trägt und sie kriegen es nicht mit.[….]

Es ist eine ganz schwierige Aufgabe unseren Wortaberglauben zu überwinden und immer wenn wir ein Wort treffen, es wie ein Packet zu betrachten, ein Päckchen, und sagen jedes Wort ist ein Päckchen historischer Vorannahmen, ideologischer Prämissen, ideologische Gehaltes. Wenn sie auf ein Wort treffen, müssen sie es liebevoll und sorgfältig erstmal aufschnüren, bevor sie es verwenden. Indem Moment wo sie es verwenden, sind sie verloren. Sie müssen es erstmals aufschnüren und reingucken, was ist denn alles in dem Wort drin. Das macht all diese Falschwörter so erfolgreich. In dem Moment wo man sie hat, organisieren sie unser Denken.

Eine andere Klasse sind sogenannte, nenn ich mal so, Denunziationsbegriffe. Die haben noch eine ganz andere Funktion. Besonders beliebt sind Querfront und Verschwörungstheorie. Was macht man mit diesen Begriffen. Nun diese Begriffe haben eine ganz perfide Logik. Sie haben eine Verklammerungslogik. Man verklammert zwei Dinge, Kritik die sich auf die Zentren der Macht richtet verklammert man mit Themen die geächtet sind, die als pathologisch gelten, die als extrem anrüchig gelten. Man verklammert zwei Dinge um dann damit, einen bestimmten Themenbereich zu einer No-Go-Area zu erklären. Man erklärt bestimmte Themen zu einem gedanklichen Sperrgebiet, weil man und das sind natürlich alle Themen die auf die Zentren der Macht zielen, werden dadurch blockiert, dass man bestimmte Themen mit anrüchigen Themen verklammert. Diese Begriffe wirken sozusagen wie eine Giftinfusion und sagen dieses Thema, mit diesem Thema kann man sich nicht mehr beschäftigen – wegen dieser Verklammerung – und wer sich damit beschäftigt kann dies nur unter dem Preis medialer Ächtung machen. Das ist ein ganz toller Trick, Themen die die Eliten als gefährlich ansehen, durch eine Verklammerungstechnik sozusagen zu Immunisieren.“

Im Artikel der Süddeutschen Zeitung werden mit den Worten „Guru“, „Sekte“, „fanatische Esoterik-Gruppe“ offensichtliche Denunziationsbegriffe gewählt. Auch der Begriff „Verschwörungstheorie“ fehlt nicht, denn im Artikel wird erwähnt, dass Heinz Grill „immer häufiger mit bekannten rechten Verschwörungstheoretikern wie etwa Daniele Ganser das Podium teilt.“

Für den Autor steht fest: Mit dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung soll offensichtlich nicht nur die Person von Heinz Grill, sondern auch seine Lehre und sein Werk – die den frei denkenden Menschen fördern, der nicht fremd-, sondern selbstbestimmt sein Leben gestaltet – entstellt und als No-Go-Area erklärt werden.

Wer sich selber eine fundierte Meinung über Heinz Grill und über den von ihm initiierten spirituellen Schulungsweg bilden will, kann hierfür unter anderem seine Internetseite besuchen, in eines seiner vielen Büchern hineinschauen oder in einen seiner diversen Vorträge im Netz hineinhören. 

Der Verein erachtet es auf jeden Fall als außerordentlich wertvoll, Veranstaltungen zu fördern, in denen verschiedenste Fach- und Lebensbereiche aus geisteswissenschaftlicher Sicht belebt und erweitert werden, so wie Heinz Grill dies in seinen Vorträgen tut. Eine individuelle Bewusstseinsschulung, wie sie Heinz Grill anregt, die einerseits sich mit möglichen hohen Werten und Idealen und andererseits mit den zerstörerischen Kräften, wie es zum Beispiel Manipulation und Suggestion darstellen, auseinandersetzt, ist aus Sicht des Vereins für eine zunehmend selbstbestimmte Lebensgestaltung des Einzelnen und für eine friedvolle und tolerante Gesellschaft ein wertvoller Beitrag.